Berichte

Wenn der Hase hoppelt und Herr Lindemann Apfelkuchen backt

In dieser Woche drehte sich bei uns alles um den Hasen als Waldtier. Zunächst lernten die Kinder, wie sich ein Hase bewegt, und durften dies gleich selbst nachempfinden. So durch den Wald zu hoppeln, ist manchmal gar nicht so einfach! Die Kinder probierten verschiedene Bewegungsformen des Hasen aus und durften sich auch einmal in eine Sasse legen. Natürlich muss ein Hase immer gut aufpassen, lauschen und sich vor dem Fuchs in Acht nehmen. Da bekamen die Kinder auf einmal ganz große Augen, als eine unserer Erzieherinnen in ihrer orangenen Fleecejacke kurzerhand zum Fuchs wurde. Doch unsere kleinen Hasen hatten sich so gut versteckt, dass der Fuchs kein einziges Kind finden konnte.

Der Dienstag war ein richtiger Regentag – und das absolute Highlight dieser Woche! Am Schlösschen angekommen, wurde die Matschrutsche in vollen Zügen ausgekostet. Dementsprechend waren die Kinder am Ende dieses wunderschönen Regentages kleine Schlammmonster. Wir können nur sagen: Was für eine schöne und natürliche Kindheit unsere Kinder im Waldkindergarten doch erleben dürfen!

Bereits in der vergangenen Woche waren auf den Hößlinswarter Wiesen fleißig Maronen gesammelt worden. Diese wurden nun von den Kindern über offenem Feuer zubereitet und anschließend gegessen. Auch die Eltern durften am Elternabend noch in den Genuss kommen.

Am Ende der Woche bekam die Zwergengruppe Besuch von Herrn Lindemann, denn es stand eine Waldtaufe an: Unser kleines Zwergenmäuschen und unser neu dazugekommenes Zwergenhäschen wurden getauft. Natürlich hatte Herr Lindemann auch wieder eine Geschichte mitgebracht.

Eigentlich wollte er sich später noch mit der Apfelmaus treffen und dafür einen Apfelkuchen backen. Doch beim Backen wurde er ständig unterbrochen: Zuerst waren die Waldschilder verdreht, die er wieder richtig stellen musste. Dann hatte das Eichhörnchen seinen gesamten Werkzeugkoffer ausgekippt, nur weil es eine besonders harte Nuss mit seinem Schraubenschlüssel knacken wollte. Nachdem Herr Lindemann alles wieder in Ordnung gebracht hatte und zu seinem Teig zurückgekehrt war, gab er ganz gedankenverloren noch eine Prise Backpulver dazu. Dabei hatte er doch schon Backpulver in den Teig gemacht!

Kurz darauf kam die Meldung, dass der Maulwurf einen riesigen Hügel mitten auf dem Waldweg hinterlassen hatte. Das ging so natürlich gar nicht – schließlich könnte jemand darüber stolpern! Also musste Herr Lindemann sein Backvorhaben erneut unterbrechen und den Weg freischaufeln. Wieder zu Hause angekommen, fügte er dem Teig noch einmal eine Portion Backpulver hinzu.

Als der Kuchen dann im Ofen war, wurde er so groß, dass schnell klar war: Diesen Apfelkuchen würde Herr Lindemann mit der Apfelmaus allein niemals schaffen! So brachte er kurzerhand ganz viel Kuchen zur Waldtaufe mit, und die Kinder kamen in den Genuss seines vorzüglichen Apfelkuchens.

Derzeit genießen die Kinder den Herbstwald in vollen Zügen: die verschiedensten Pilze, den Geruch des Waldes, die immer bunter werdenden Bäume, den feuchten Boden und den Wind, der ihnen um die Ohren pfeift. Wie schön, den Herbst mit allen Sinnen erleben zu dürfen!

Wussten Sie schon?

Eine Sasse ist eine flache Mulde im Boden, in der sich der Feldhase zum Ruhen niederlässt.
Darin liegt er dicht an den Boden gedrückt und ist durch sein braunes Fell gut getarnt.
Anders als das Wildkaninchen lebt der Feldhase nämlich nicht in einem unterirdischen Bau.