Zecken

Trotz des alltäglichen Aufenthalts in Wald und Wiesen haben unsere Waldkinder nicht mehr Zecken, als andere Kinder. Dafür sorgen sicherlich auch die Eltern mit ihrer gründlichen Zeckenvorsorge durch die tägliche Anwendung von Zeckenspray´s oder anderen Zeckenmitteln.

Zecken lauern insbesondere im höheren Gras, an Waldrändern und vorzugsweise in feuchtem, warmen Kleinklima; sie «fallen» nicht von den Bäumen !

Suchen Sie Ihr Kind bitte täglich direkt nach dem Kindergarten nach Zecken ab und entfernen Sie eventuelle Zecken sofort. Entfernen Sie Zecken mit einer spitzen Pinzette, packen Sie diese möglichst nah am Stich und ziehen diese mit einem beherzten Ruck heraus.

Eine Drehung ist nicht notwendig. Keinesfalls den Leib der Zecke quetschen, da so evtl. im Darm befindliche Borrelien erst recht in den Stich gespritzt werden. Keine Öle oder Klebstoffe verwenden, da diese die Zecke veranlassen, Sekrete abzugeben!

Wichtig ist es, die Zecken so bald als möglich zu entfernen, da mit zunehmender Stichdauer das Risiko einer möglichen Borrelien-Übertragung steigt.

Die Einstichstelle sollte sofort desinfiziert werden, je nach Ansicht z.B. mit Jod, Alkohol oder Calendula-Salbe.

Manchmal kommt es an der Einstichstelle zu Rötung und Schwellung. Dies ist oft eine allergische Reaktion auf den Speichel der Zecke. Ein Erythema migrans (Wanderröte) als Indikator für eine Borreliose kann frühestens 5 Tage nach Zeckenbiss erscheinen!

Das Landesgesundheitsamt bietet uns die Möglichkeit, entfernte Zecken der Kinder kostenlos auf Borreliose untersuchen zu lassen. Die Eltern müssen nur die Portokosten tragen. Der Nachweis von Borrelien-DNA wird mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erbracht. Dabei kann in ca. 2% der Fälle der Befund falsch-negativ sein. Deshalb wird bei lebendigen Zecken vom LGA eine Kultur angelegt, die nach ca. 3 Wochen eine zweite Sicherheit bietet. Wichtig ist es also, Zecken so zu entfernen und aufzubewahren, dass sie lebend im LGA ankommen.

  1. Schneiden Sie hierzu bitte die Ecke eines Gefrierbeutels ab, geben die Zecke hinein und verkleben diese «Minitüte» gut mit Tesafilm.
  2. Füllen Sie das Zeckenbegleitblatt aus und geben Beides mit 0,70€ Porto zur Versendung an Steffi Hinderer.

Wir werden die Zecke schnellstmöglich an das Landesgesundheitsamt schicken! Von dort bekommt sie einen ausführlichen Bericht über die untersuchte Zecke zurück und wird Ihnen diesen unverzüglich aushändigen. Das Ergebnis der Zeckenuntersuchung liegt nach ca.5-7 Tagen vor.

Werden Borrelien in der Zecke nachgewiesen, heißt das noch nicht automatisch, dass auch eine Infektion mit Borrelien erfolgt ist, da die Übertragung erst nach entsprechender Saugdauer oder durch Zerquetschen der Zecke erfolgt. (Übertragungsrate nach 16,7 Stunden Saugdauer ca. 47%, nach mehr als 47 Stunden fast 100%).

Prophylaktisch können Antibiotika gegeben werden, spätestens am 10. Tag nach Zeckenstich. Untersuchungen haben gezeigt, dass nicht alle Antibiotika zufriedenstellend wirken, bzw. zu niedrige Dosen wirkungslos bleiben, deshalb wird vom LGA mit dem positiven Befund eine Antibiotika-Empfehlung mitgegeben.

Ca. 6 Wochen nach erfolgtem Zeckenbiss kann eine Blutuntersuchung durch Nachweis von Antikörpern feststellen, ob eine Borrelieninfektion vorgelegen hat. Oft ist es auch möglich, ca. 2-3 Wochen nach Infektion Borrelien-DNA im Urin nachzuweisen.

Im Infektionsfall ist es zu empfehlen, drei Monate nach der Prophylaxe eine abschliessende serologische und klinische Kontrolle vornehmen zu lassen. Sind noch Borrelien nachweisbar, muss die Therapie eventuell wiederholt werden.

Eine homöopathische Alternative zum Antibiotikum ist die Gabe von Ledum, insbesondere wenn noch nicht feststeht, ob die Borrelien von der Zecke auf den Menschen übertragen wurden oder nicht.